Die Gewinner des Wettbewerbs

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Zeitreise

Unser Sieger: Die Jakobusschule in Neukirchen!

Die Köpfe der Jury haben heftig geraucht. Am Ende standen die Gewinner aber fest. Der Sieger unseres Wettbewerbs „Zeitreise 2019“ ist die Jakobusschule Neukirchen. Der zweite Platz im Wettbewerb geht an die Grundschule Obertürkheim. Platz drei belegt die Schule am Wingster Wald. Wir sagen allen Gewinnern „Herzlichen Glückwunsch“ und freuen uns, den Schulen ihr jeweiliges Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro (750 Euro / 500 Euro) überreichen zu dürfen.

Ein großes Dankeschön richten wir ausdrücklich an alle Schulen und Lehrkräfte, die sich am Wettbewerb beteiligt haben. Jeder der eingereichten Beiträge hat gezeigt, mit welch großem Engagement und welch ansteckender Begeisterung jeden Tag an deutschen Grundschulen gelehrt und gelernt wird. Vielen Dank!

1. Platz: Jakobusschule Neukirchen

Unser Projekt: Die Geschichte der Jakobusschule Neukirchen
Das Thema „Die Geschichte unserer Schule“ ist sowohl für die Schüler und Lehrer und als auch für die Eltern ein spannendes Thema gewesen. Wir haben viele interessante Entdeckungen gemacht über das Schulleben in früherer Zeit. Viele Eltern und zum Teil auch Großeltern unserer Schüler haben bereits die Jakobusschule besucht und so kamen so manche Erinnerungen wieder.


Ablauf der Einheit
In den Klassen haben wir zunächst gemeinsam im Gesprächskreis überlegt, welche Bereiche zum Thema „Geschichte unserer Grundschule“ gehören und woher wir Informationen über unsere Schule erhalten können. Die Kinder kamen schnell auf die Idee, Zeitzeugen, d.h. Menschen, die die Jakobusschule früher besuchten, zu befragen. Zuerst wollten sie sich bei ihren Eltern bzw. Großeltern, die auch auf unserer Schule waren, informieren. So erfuhren sie u.a. von strengen Strafen oder von einer anderen Schrift, die gelehrt wurde.
Außerdem wollten sie die Schulleiterin zum Namen und zum Logo der Schule befragen.
Da der Hausmeister der Schule, zu dem die Kinder ein sehr freundschaftliches Verhältnis pflegen, auch ein ehemaliger Schüler war, konnten sie auch ihn befragen. Er wiederum verschaffte uns den Kontakt zu einem älteren Herrn aus dem Ort, der bereits vor über 70 Jahren die Schule besuchte und uns über die damaligen Schulverhältnisse Interessantes erzählen konnte.

Auch den langjährigen ehemaligen Schulleiter der Schule, inzwischen 80 Jahre alt, luden wir zu einem Informationsgespräch in die Schule ein. Er hatte die Schule selbst als Schüler besucht und war später viele Jahre lang der Schulleiter. Als besonderes Anschauungsmaterial brachte er einige Gegenstände wie eine alte Schultasche, Tafel und Griffel mit.

Eine ältere, ehemalige Kollegin der Schule, die von dem Projekt gehört hatte, brachte uns verschiedene alte Schulbücher zur Ansicht in die Schule.
Von der jetzigen Schulleiterin bekamen wir die Schulchronik ausgeliehen, die aber für die Kinder nicht ganz einfach zu lesen war. Trotzdem konnten wir uns anhand von Bildern und Zeitungsausschnitten sehr anschaulich über die Geschichte der Schule informieren. Hier fanden wir auch heraus, seit wann unsere Schule ihren Namen trägt und woher der Name der Schule stammt.

Die Schulleiterin informierte die Kinder außerdem über die Bedeutung unseres Schullogos.

So erhielten wir vielfache Informationen über das Schulleben früher, die wir nun sichten und ordnen mussten.

Wir ordneten die gesammelten Informationen zu einzelnen Kriterien:
1. Namen der Schule
2. Logo der Schule
3. Zeitliche Entstehung der Schulgebäude
4. Arbeiten in der Klasse: Möbel und Klassenraumgestaltung, Schreibmaterialien, Strafen/Belohnung
5. Pause

Es stellte sich die Frage, wie wir unsere „Forschungsergebnisse“ präsentieren könnten, so dass nicht nur die teilnehmenden Kinder davon profitieren, sondern langfristig eventuell auch andere Klassen, Eltern und Besucher der Schule.

Bei diesen Überlegungen kamen die neuen Medien ins Spiel und wir nutzten die in unserer Schule relativ neu angeschafften Tablets, die für die Kinder einen großen Motivationsschub bedeuten. Die Steigerung der Medienkompetenz nimmt einen wichtigen Schwerpunkt im Bereich der Bildung ein. Die Schüler und Schülerinnen sollen u.a. mediale Gestaltungsmöglichkeiten kennen lernen und diese kreativ bei der Planung und Realisierung eines Medienproduktes einsetzen.

Eine mediale Gestaltungsmöglichkeit sahen wir in der Erstellung von QR-Codes. Diese begegnen den Kindern inzwischen überall im Alltag, auf Verpackungen oder Plakatwänden. Für die Kinder ist es spannend zu sehen, dass Informationen in diesen Zeichen versteckt sein können. Ein nicht unwichtiger Nebeneffekt in der Anwendung der QR-Codes ist dabei auch die Steigerung der Lesekompetenz.

Wir haben zu allen o.g. Kriterien kurze Info-Texte kodiert. Die QR-Codes zu den Bereichen „Namen und Logo der Schule“ sowie „Entstehung der Schulgebäude“ 

haben wir im gesamten Schulgelände verteilt, so dass daraus eine QR-Rallye mit sieben Stationen entstand.
Acht weitere QR-Codes zu den Bereichen „Arbeiten in der Klasse“ sowie „Pause“ sind in einem Flur an entsprechende Bilder/Fotos geheftet. So entstand eine große Fotowand mit vielen alten Fotos, die den Schülern und auch den Besuchern der Schule anschaulich das Leben und Arbeiten früher in der Jakobusschule zeigt. Über die QR-Codes erhalten sie dazu wichtige Informationen.

Unter die Fotowand wurde eine Zeitleiste angebracht, damit die verschiedenen Ereignisse bzw. die Entstehung der verschiedenen Gebäude historisch eingeordnet werden kann.

Bevor die Kinder auf die Rallye losgeschickt wurden, erhielten sie zu den Tablets Arbeitsblätter mit Lückentexten, die sie mit Hilfe der QR-Codes lösen konnten. Sie arbeiteten in Partnerarbeit, so dass einer das Tablet, der andere das Arbeitsblatt und den Stift festhalten konnte. Natürlich wurde immer wieder gewechselt.

So konnten sie ihr Wissen, das sie durch die Gespräche mit den ehemaligen Schülern/Schulleiter der Schule erhalten hatten, festigen.
Die QR-Codes, sowohl zur Rallye durch die Schule als auch diejenigen zur Fotowand, bleiben in der Schule hängen, so dass sich auch andere Klassen und Besucher über die Geschichte unserer Schule informieren können.

Ziele dieser Einheit:
- Sammeln und Austauschen von Informationen über das Leben von Menschen in anderen Zeiträumen
- Ordnen der gesammelten Informationen zu Ober- und Unterpunkten
- Vermutungen anstellen über die Lebensbedingungen und Gewohnheiten früher und Herstellen von Bezügen zu der heutigen Zeit
- Vermutungen anstellen, welche Bedeutung ausgesuchte Gegenstände und Gewohnheiten für das Leben in der früheren Zeit hatten
- Steigerung der Medienkompetenz: Handhabung des Tablets, Bedeutung von QR-Codes, Erstellen von QR-Codes
- Steigerung der Lesefähigkeit: Sinnentnehmendes Lesen, Leseflüssigkeit

Ergebnisse und Erfahrungen:
Da der Zeitraum vor den Ferien recht kurz war und die Zweitklässler in der Handhabung des Schreibprogramms noch nicht so geübt waren, haben wir Lehrer die QR-Codes erstellt. Die Anwendung der Tablets und das Erlesen der QR-Codes bereitete den Kindern keine Schwierigkeiten.

In der I-Pad-AG (Kinder des 3. und 4. Schuljahres) wird in diesem Schuljahr das Thema erneut aufgegriffen. Es sind jetzt auch einige Kinder dabei, die bereits vor den Sommerferien als Zweitklässler an dem Thema mitgearbeitet haben. Sie konnten dann den anderen Kindern der AG den Ablauf der Rallye erklären und weitere Informationen geben. Die Kinder haben zunächst die vorhandene Rallye zum historischen Teil unserer Schule durchgeführt und sind jetzt dabei, eigene QR-Codes zum Thema „Unsere Schule heute“ zu erstellen. Diese sollen als eine weitere Rallye im Schulgebäude verteilt werden.

Hier zeigt sich, dass es mit zunehmender Übung für die Kinder leichter ist, kurze Infotexte selbst zu erstellen und diese als QR-Code zu schreiben.

Teilnehmerfeedback:
Den Kindern hat diese Unterrichtseinheit viel Spaß gemacht. Sie haben den Ausführungen unserer Besucher, der „ehemaligen Schüler“, sehr aufmerksam zugehört und waren überrascht über viele Dinge, die für sie heute selbstverständlich sind und die früher doch ganz anders waren oder die es noch gar nicht gab. Informationen von Zeitzeugen verbunden mit entsprechenden historischen Gegenständen und Bildern wecken das Interesse der Kinder deutlich mehr als nur Texte aus Büchern.

Aber auch die Bilder und Informationen aus der Schulchronik waren spannend. Den Kindern war nicht bewusst, dass es überhaupt eine Chronik der Schule gibt.
Die Arbeit mit den QR-Codes hat den Kindern viel Spaß gemacht. In der I-Pad-AG (Kinder des 3. und 4. Schuljahres) wird in diesem Schuljahr das Thema aufgegriffen. Die Kinder haben zunächst die vorhandene Rallye zum historischen Teil unserer Schule durchgeführt und sind jetzt dabei, eigene QR-Codes zum Thema „Unsere Schule heute“ zu erstellen. Diese sollen als eine weitere Rallye im Schulgebäude verteilt werden.

Von den Eltern kamen ebenfalls positive Reaktionen, da auch sie viel Neues über unsere Schule erfahren haben. Dabei waren sowohl die Eltern, die selbst auf die Jakobusschule gegangen sind, als auch diejenigen, die eine andere Schule besucht haben, überrascht über die historische Entwicklung, die die Jakobusschule genommen hat.

Beim Tag der offenen Tür im September waren zwei Kinder der I-Pad-AG als Scouts unterwegs und haben den Besuchern die QR-Codes-Rallye zu „Unsere Schule früher“ nahegebracht. Die Reaktionen der Besucher waren durchweg sehr positiv.

  • Jakobusschule
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2. Platz: Grundschule Obertürkheim

Projekt: Die Geschichte der Grundschule Obertürkheim – ein Ausstellungskatalog

Schulische Voraussetzungen
Das Projekt fand im Rahmen des Faches Sachunterricht in der 4. Klasse statt und umfasste 6 Unterrichtsstunden sowie zwei Doppelstunden Klassenlehrerstunde. Nachdem bereits im letzten Schuljahr, als die SuS noch die 3. Klasse besuchten, das Thema „Schule vor 100 Jahren“ Unterrichtsgegstand gewesen war, in dessen Rahmen die SuS gruppenteilig jeweils thematisch unterschiedliche Plakatpräsentationen erstellten, lag der Fokus nun auf der Geschichte der eigenen Grundschule. Die Klasse ist, bis auf wenige Ausnahmen, eher schwach und hinsichtlich der Leistungsmotivation und Kognition sehr heterogen. Darüber hinaus spricht 2/3 der Klasse Deutsch lediglich als Zweitsprache. Insofern sind eine didaktische Reduktion und Differenzierung unabdingbar. Bisherige Erfahrungen in der Klasse zeigten, dass die Abstraktheit und Alterität von Geschichte den SuS große Schwierigkeiten bereitet.

Historischer Hintergrund
Die Grundschule in Obertürkheim ist urkundlich erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Schulgebäude an einem anderen Standort als heute, jedoch nur ca. 300m entfernt: Im Mäder 4. Dort befand sich von 1600-1755 das erste Schulhaus. Im Jahr 1755 wurde dann ein neues Schulgebäude errichtet, das ebenfalls nicht dem heutigen Standpunkt entsprach. Es befand sich in der Uhlbacher Straße 52 von 1755 bis 1907. Aufgrund der wachsenden Schülerzahlen und der Einführung der Schulpflicht reichte auch dieses Gebäude bald nicht mehr aus und der Bau des dritten Schulgebäudes in der Uhlbacher Straße 18 wurde begonnen. Dort befindet sich seit 1882/1883 die Schule bis heute. In dem zweiten Schulgebäude gab es seit 1882 nur noch ein Klassenzimmer für die Unterklassen. Heute ist dort ein Kindergarten untergebracht.

1972 bis 1980 diente die Schule als Grund- und Hauptschule. Die frei gewordenen Räume nutzten Griechen, Türken und Menschen anderer Herkunftsländer für ihren muttersprachlichen Zusatzunterricht. 2017 wurde ein umfassender Umbau der Halbtagsschule zur Ganztagesschule abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wurden so genannte Themen-Räume für das Mittagsband und eine Mensa geschaffen. In diesen Räumen waren zuvor Klassenzimmer untergebracht, die nicht mehr benötigt wurden.1

Quellenlage
Die Quellenlage ist gering, aber ausreichend, um auf einige historische historische Fakten zurückgreifen zu können. Aufbereitet sind diese in einem Sammelband zur Geschichte Obertürkheims.2 Ein Archiv gibt es in Obertürkheim nicht, zu dem wir hätten gehen können.

Didaktische Analyse und Reduktion Die Geschichte der Grundschule Obertürkheim den SuS begreifbar zu machen und nachvollziehen zu lassen, stand im Fokus des Projektes. Die historische Fragekompetenz sollte dabei im Rahmen von historischen Analogien besonders geschult werden. Die Fragen innerhalb der Arbeitsaufträge waren durch die Lehrkraft vorgegeben, um dem Projekt die nötige Struktur zu geben und die SuS nicht zu überfordern. Die SuS hatten durchaus auch eigene Fragen. Diese konnten sie zwei Elternteilen stellen, die selbst in der Grundschule Obertürkheim zur Schule gegangen sind und die sich dankenswerterweise als Interviewpartner zur Verfügung stellten. Die historischen Fakten sollten sich die SuS aus der Monographie zur Geschichte Obertürkheims herausarbeiten. Um die relevanten Informationen zu erkennen, habe ich die entsprechenden Stellen mit Post-It´s markiert. Die Arbeit mit einer solchen Monographie war den SuS neu. Viele der SuS lesen nie in ihrer Freizeit und haben auch zu Hause keine Bücher, auf die sie zurückgreifen könnten. Insofern war der Umgang mit einem Buch, das kein Kinderbuch ist, per se schon herausfordernd für die meisten. Wen die Informationsbeschaffung überforderte, konnte sich eine kurze Zusammenfassung am Lehrerpult abholen. Voraussetzung war allerdings, sich zuerst selbst mit der Monographie auseinandergesetzt zu haben. Besonders die Standorte und Daten der ehemaligen Schulen sind dort kurz und knapp erfasst, sodass die SuS diese Informationen selbst schnell begreifen konnten.

Methodischer Ablauf Neu für die SuS war generell der Umgang mit iPads, die bei dem Landesmedienzentrum Stuttgart für zwei Wochen geliehen waren. Wichtig aber war ein besonderer Zugang zu Geschichte mit modernen Medien. Viele SuS stehen Büchern und Lesen eher abgeneigt gegenüber, sind hingegen vollkommen fokussiert auf Tablets und Smartphones. Mit der App BookCreator auf dem iPad sollten die SuS ein eBook erstellen, das als Ausstellungskatalog die Entwicklung und Unterschiede zwischen der heutigen und den damaligen Schulgebäuden aufzeigt. Die Auseinandersetzung mit Geschichte mittels moderner Technik sollte den SuS vor allem die Freude und Interesse an Geschichte vermitteln.

Die SuS erhielten zu Beginn der Unterrichtssequenz nach einem kurzen Lehrervortrag als Einführung und Projektvorstellung ein Arbeitsblatt mit den entsprechenden Arbeitsaufträgen, die sie im Laufe des Projektes erarbeiten sollten. Um sich die notwendigen Informationen zu erarbeiten, erhielt jede Gruppe das Buch zur Geschichte Obertürkheims mit Markierungen der relevanten Passagen. Die Arbeitsaufträge 1-4 waren die Grundlage und mussten von allen Gruppen bearbeitet werden; die Arbeitsaufträge 5-6 waren als Additum zu verstehen, den nur die schnellsten und leistungsstärksten Gruppen erledigten. Die Reihenfolge war zum Teil vorgegeben, da die SuS für die Arbeitsaufträge 1-3 das Klassenzimmer verlassen mussten. Bei allen Arbeitsaufträgen stand eine historische Frage im Vordergrund.

Folgende Arbeitsaufträge galt es zu bearbeiten:

  • Aufgabe 1: Vergleich der Fotos
  • Aufgabe 2: Vergleich der Räume
  • Aufgabe 3: Vergleich der Standorte
  • Aufgabe 4: Formulieren geschichtlicher Fragen
  • Aufgabe 5: Markieren der Schulgebäude auf der Karte (Zusatz)
  • Aufgabe 6: Zeitstrahl erstellen (Zusatz)
  • Wingst
1 Vgl. Obermann, Emil: Obertürkheimer Geschichte, hrsg. von Verein „Heimatbuch Obertürkheim e. V., Obertürkheim (ohne Jahr), S. 103-104.
2 Vgl. ebd.

3. Platz: Schule am Wingster Wald

Projekt: Schuljubiläum! – 50 Jahre Schule am Wingster Wald – Die Geschichte unserer Grundschule

Am 14.Feburar 1969 wurde die neue Wingster Grundschule nach einer für heutige Verhältnisse relativ kurzen Planungs- und Bauphase eröffnet. In ihr sollten die Jahrgänge 1 bis 4 der umliegenden „Zwergenschulen“ der einzelnen Ortsteile der Gemeinde Wingst zusammengefasst beschult werden. Eine zweizügige Grundschule am Waldrand des Ortsteils Dobrock entstand.

Im heutigen Jahr 2019 konnten wir nun das 50jährige Schuljubiläum feiern. Die Schule am Wingster Wald ist mit etwa 150 Schülern aus den Gemeinden Wingst und seit 2014 auch aus der Gemeinde Oberndorf immer noch zweizügig und hat sich den vielen Erfordernissen der heutigen Zeit offensiv gestellt. So hat unsere Grundschule 2014 und 2018 den Schulpreis (Schulwettbewerb der Entwicklungspolitik) gewonnen, wir sind seit einigen Jahren Umweltschule Europas und wurden schon zweimal als sportfreundliche Schule zertifiziert. Darüber hinaus ist uns Inklusion sehr wichtig, was sich beispielsweise in einer jahrgangsübergreifenden Eingangsstufe zeigt.

Als sich das 50jährige Schuljubiläum ankündigte hat sich das Kollegium der Schule überlegt, dieses Fest zum Anlass zu nehmen, um sich intensiv mit allen Klassen mit der Geschichte unserer Schule und der Kindheit und Schulzeit von Kindern vor fünfzig Jahren auseinander zu setzen. Dieses Thema ist im Sachunterricht der vierten Klassen Pflichtthema, sollte zu diesem Anlass aber auch schon in altersangemessener Form in den dritten Klassen und der jahrgangsgemischten Eingangsstufe thematisiert werden.

Während bei den jüngeren Schülern vor allem das Erleben und Erkennen der zeitlichen Zusammenhänge im Vordergrund stand, z.B. durch einen Zeitstrahl, an dem die Einschulungsfotos von Eltern einzelner Kinder, die auch in der Wingst zur Schule gingen, befestigt wurden, wurde in den dritten und vierten Klassen „Schule früher“ intensiv erfahrbar gemacht. Schiefertafeln, Federkiele und andere Schulmaterialien der damaligen Zeit wurden ausprobiert und der Lehrstil mit übermäßiger Strenge und Disziplin wurde erfahrbar vorgeführt. Gemeinsam mit den Schülern wurde die Geschichte der kleinen Schulen beleuchtet, aus denen im Jahr 1969 die Schule am Wingster Wald hervorging, und in einem großen Zeitstrahl festgehalten, der an den Wänden im Flur der Schule präsentiert wurde. Das besondere Highlight dieser Unterrichtseinheit „Schule und Kindheit früher“ war jedoch der Besuch mehrerer Zeitzeugen, die schon bei der Eröffnung der Wingster Schule 1969 als Schüler oder sogar als junge Lehrer dabei waren. Diese Zeitzeugen besuchten jede dritte und vierte Klasse und beantworteten authentisch und lebensnah die verschiedenen Fragen, die die Schülerinnen und Schüler zur Wingster Schule damals im Vergleich zu heute hatten. Sehr spannend und offen berichteten sie über ihre persönlichen Erlebnisse in der Wingst zur damaligen Zeit.

Neben dieser intensiven fachlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte unserer Schule sollte es aber natürlich auch noch Schuljubiläumsfeiern geben. Den eigentlichen Geburtstag am 14. Februar 2019 hat die Schule nur intern gefeiert mit einem Überraschungsgast – die Zauberclownin Zappalotta hat uns besucht –, einer großen dreistöckigen Geburtstagstorte und einem von Eltern organisierten Kuchenbuffet. Die Kinder waren vorher nicht eingeweiht und konnten sich von all dem am Freitag, den 14.02.2019 überraschen lassen. Es war ein großes Fest.

Um das Schuljubiläum angemessen zu feiern und den Kindern immer wieder nahe zu bringen, hat sich das Kollegium darüber hinaus darauf verständigt, mit jeder der 8 Klassen 6 besondere Aktionen durchzuführen, insgesamt also 48 Aktionen, z.B. Kekse backen, einen Ausflug machen, eine Spielstunde durchführen etc. Die fehlenden zwei Aktionen um auf die passende Anzahl von 50 kleinen Aktionen zu kommen sollten der Schulleiterin zugedacht sein.

Offiziell mit Einladung aller wichtigen Gäste aus der Schulumfeld und der Politik wurde das Schuljubiläum am 4. April mit einem großen Jubiläumsprogramm gefeiert. Dazu haben die Lehrer mit ihren Klassen ein großes Sport- und Musikprogramm erarbeitet, was als Revue durch die letzten fünf Jahrzehnte Sportunterricht führen sollte. Musikalisch gab es dazu einen Mix aus den Kinderliedern und Hits der jeweiligen Zeit. So wurden die vergangenen fünfzig Jahre konzentriert in einem einstündigen Programm vermittelt, das alle Zuschauer mitnahm.

Dieses tolle Programm wurde sogar zweimal aufgeführt, am Vormittag für die geladenen Gäste unter anderem von Schulbehörde, Politik und Presse mit anschließendem Empfang, und am Nachmittag für die Schulöffentlichkeit, also die Eltern und Angehörigen der Kinder sowie alle ehemaligen Schüler der Schule mit anschließendem Grillfest und Ehemaligen-Café. Die Schule war zu diesem Anlass selbstverständlich schön geschmückt und besonders die Fotoausstellung mit Fotos der Schule von früher unter anderem aus der Bauphase und auch von der Einschulung einiger heutiger Eltern war für viele Gäste sehr interessant.

Als besonderes Highlight gab es am späten Nachmittag nach der Aufführung einen Film zu sehen, den die Film-AG der benachbarten Oberschule gedreht hat. Besonders der Besuch der Zeitzeugen in unsere Schule wird dort in den Mittelpunkt gestellt und dauerhaft festgehalten. Umrahmt werden diese aktuellen Beiträge von Filmausschnitten aus den vergangenen Jahrzehnten, die auf Schulfesten und bei Einschulungsfeiern gedreht und nun digitalisiert worden sind. Gerade für die erwachsenen Besucher war dieser Film im Nachklang zur großen Jubiläumsfeier ein besonderes Highlight und gerade die Eltern, die selbst früher in der Wingst zur Schule gingen, konnten sich gut an ihre eigene Schulzeit in der nun fünfzigjährigen Wingster Grundschule erinnern.

  • Wingst
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